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Spirituelle Architektur gem. wiki

Spiritualität (v. lat.: spiritus = Geist, Hauch bzw. spiro ich atme – wie griech. ψύχω bzw. ψυχή, s. Psyche).




Spirituelle Architektur suchte in der frühen Menschheitsgeschichte durch Steinsetzungen ( Material) die gesteigerte Kraft von Orten zu erhöhen. Energetisch aufbauende Zeichen ( Formen) an Bauwerken sollte Menschen, die in diesen Häusern und Räumen lebten und ein und aus gingen, Schutz spenden, kräftigend wirken. Beispiele sind Türzeichen oder Marienerker an Häusern. Auch heute gibt es noch viele spirituelle Orte aus der Vergangenheit, deren Kraft in unserer Zivilisation allerdings zumeist in Vergessenheit geraten sind.

Im christlichen Kontext nutzten Baumeister das Wissen über Kraftorte, Formen  Zeichen, Proportionen und Materialien, um ihren sakralen Bauwerken Kraft zu verleihen.

Spirituelle Architektur in der Vergangenheit

Als spirituelle Architekturen sind vorchristliche Tempel zu sehen. Wichtig schien den Erbauern bei solchen Bauwerken, seine Lage in der Landschaft (Kraft – oder Leylinien) und die Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen.

In ihren Proportionen, sollten diese Bauwerke den Menschen harmonieren. Die Verwendung von Formen und Zahlen erhöhte die Energie der Kultstätten.








Geomantie und Kraftorte
Geomanten gehen davon aus, dass von hellfühligen Menschen, heute Rutengänger, die genaue Lage der Kraftorte festlegt wurde, damit sich die Energie des Bauwerkes durch die Kraftfelder der Wasseradern (sind in der Auswirkung nicht grundsätzlich negativ) oder geomantische Zonen erhöht.

 Musikalische Proportionen und das menschliche Maß in Bauwerken

Noch heute kann nachgemessen werden, dass bei der Proportionierung von Kraftorten, wie zum Beispiel Stonehenge, schon vor 5000 Jahren, musikalische Proportionen wie die Quinte, die Quarte und die Oktave, Verwendung finden. ( siehe „Die Kraft der Grenzen. Harmonische Proportionen in der Natur, Kunst und Architektur“ György Doczi, Engel & co ISBN 3-927118-12-5/ Seite 58.) Auf den Zusammenhang von Musik und Proportion weist als erstes Pythagoras hin. Das Monochord dient ihm als Mittler zwischen Musik und den Maßen.

 Übermittler des alten Wissens

Der Dombaumeister im Mittelalter, plante und erstellte sakrale Bauwerke nach überliefertem Wissen. Das Wissen über Formen und Konstruktionen gab der Meister in der Dombauhütte weiter, aber er achtete darauf, dass das Wissen nicht in falsche Hände geriet. Es handelte sich um Geheimwissen.

 Spirituelle Architektur und die Dampfmaschine 

Die Erfindung der Dampfmaschine hat zu großen Veränderungen, auch in der Architektur geführt. Das überlieferte Wissen der Bauhütten wich dem ingenieurmäßigen Forschen zu Materialien und Konstruktionen. Der Werksstoff Beton, löste durch seine Verbindung mit Stahl viele statische Probleme. Die Berechung von Konstruktionen trat an die Stelle von historischem Wissen. Die "neue Zeit" brachte eine neue Architektursprache hervor, die nicht mehr den Backstein als menschliches Maß zum Vorbild hatte.

 spirituelle Architektur und Bauhaus

Der Grundgedanke der zur Gründung des Bauhauses in Weimar führte, war die Verbindung von Kunst und Handwerk. Im Vorkurs war Johannes Itten sehr darauf bedacht, das spirituelle Wissen über Formen, Farben und Zahlen an die Schüler weiter zu geben. Im März 1923 scheid er nach vier Jahren Tätigkleit am Bauhaus aus diesem aus. Ab diesem Zeitpunkt wurde das spirituelle Wissen nicht mehr bewust weiter gegeben.

 

Eine neue spirituelle Architektur bildet sich aus 

Rudolf Steiner setzte sich in seiner Forschung zu geisteswissenschaftlichen Themen, zum Anfang des 20. Jahrhundert, auch mit der Architektur auseinander. Seine frühen Überlegungen betrafen Form und Ausgestaltung des Innenraumes. Das erste Goetheanum, welches er von 1913- bis 1922 plante und baute, ließ er komplett aus dem Werkstoff Holz fertigen. Seine Außenform entwickelte er aus der Überlegung der Innenräume heraus. Nach der Vorstellung von Goethes Metamorphose überwindet Steiner mit seinem Architekturentwurf das „Statisch-Tote“ in der Architektur.

 Steiners Architektur und die Moderne

Das Höhere im Menschen, seine spirituelle Kraft, sollte sich im Inneren des Bauwerks entfalten können. Steiner ging es nicht darum einen neuen Baustiel zu entwickeln, er vertrat in seinen Entwürfen die Vorstellung, dass sich die Vorgänge im Inneren der Bauwerke an der äußeren Form zeigen. Seine Bauten für technische Bauwerke, wie das Trafogebäude in Dornach, ähneln den Entwürfen für Wohnbauten seiner modernen Zeitgenossen, wie Bruno Taut.

Le Corbusiers spirtuelles Vorwort zur  Wohnmaschine

Auf der Suche nach neuen Formen ging es am Anfang des 19. Jahrhundert um Effizienz, Wirtschaftlichkeit, und die standardisierte Serienproduktion.Le Le Corbusier wird oft mit seinem Ausspruch der Wohnmaschine, zitiert. Da der Begriff allerdings aus seinem Zusammenhang gezogen wurde fällt die spirituelle Aussage des großen Architekten weg. Hier seine einleiteten Worte zur Wohnmaschine:" Der Architekte verwirklicht durch Ineinanderführung der Formen eine Ordnung, die reine Schöpfung seines Geistes ist; mittels der Formen rührt er stark und tief an unsere Sinne, Erregungen schöpferischen Gestaltens erzeugend; durch die Zusammenhänge, die er hervorbringt, weckt er in uns tiefen Wiederhall, schenkt uns das Maß einer Ordnung, die wir im Einklang fühlen mit der Weltordung, bestimmt die mannigfachen Bewegungen unsers Geistes und unseres Herzens: so wird die Schönheit uns Erlebnis."

 

 

Spirituelle Architektur im 21. Jahrhundert

Im Kirchenbau findet zurzeit eine Veränderung statt. Die Bauwerke sind nicht mehr nur sakral ausgerichtet, sondern suchen wieder spirituelle Grundlagen. Der Schweizer Architekt Peter Zumpthor hat sich besonders im Kapellenbau mit anspruchsvollen Entwürfen hervorgetan. Beim Entwurf der Feldkapelle in Mechernich-Wachendorf verwendet er die Formensymbolik aus dem überlieferten Kirchenbau, wie das Fünfeck als Grundriss, und das Dreieck, hier einmal als Eingang. Das Bauwerk bildet ein Bindeglied zwischen dem Formenwissen unsere Vorfahren und den Vorstellungen der Metamorphose, die Steiner in seinen Architekturansätzen zu verwirklichen suchte. Die Wandlung von der äußeren Form zur Inneren, die sich komplett vom äußeren Erscheinungsbild abhebt, kann vom Besucher wie eine Metamorphose erlebt werden.

 

Spirituelle Architektur für die eigenen vier Wände
Architekten und Geomanten forschen, um das alte Wissen unserer Vorfahren, zum Beispiel über die Kraft von Orten, der Türschwelle, der Portale, oder der Formensymbolik, wieder ans Licht zu bringen. Mit diesem Wissen wird dem industriell gefertigten Architekturprodukt ein Gedankengut entgegen gesetzt, welches den Menschen und seine geistige Entwicklung, auch in seiner Wohnumgebung, in den Mittelpunkt stellt. Mit ihren Forschungen knüpfen die spirituellen Architekten an Forderungen von Itten und Corbusier an.

 Literaturnachweise: 

Theresia de Jong, Seelenplätze. Kraft schöpfen an heiligen Orten
Allegria 2009/ ISBN 3793421287

 

Harald Jordan, Räume der Kraft, At Verlag , 2004
ISBN 3-85502-860-5

 

Harald Jordan, Die Kraft des Übergangs. Die energetische Wirkung von Tür und Schwelle.
Baden und München: AT Verlag, 2004.. ISBN: 3855029695

 Eike Hensch, Geomantisch Planen, Bauen und Wohnen, Drachenverlag 

ISBN 978-3-927369-30-6

 „Die Kraft der Grenzen. Harmonische Proportionen in der Natur, Kunst und Architektur“ György Doczi, Engel & co ISBN 3-927118-12-5

 Über die Monas, die Zahl und die Figur, Giodano Bruno, Felix Meiner Verlag Hamburg 1991, ISBN 3-7873-1008-8

 Hugo Kükelhaus, Urzahl und Gebärde, Grundzüge eines kommenden Massbewusstseins, Klett +Balmer &Co. Verlag , Zug, Auflage von 1992, ISBN 3-264-90200-1

 Paul von Naredi-Rainer, Architektur und Harmonie, Zahl, Maß und Proportion in der abendländischen Baukunst, Dumont Buchverlag köln, 1995, ISBN 3-77013523-7

 Pieter van der Ree, Organische Architektur, Der Bauimpuls Rudolf Steiners und die organische Architektur des 20. Jahrhunderts, Verlag freies Geistleben, ISBN 3-7725-1897-4, 1. Auflage 2001