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Workshop Raum

Workshop Raum

Im Dezember 2010 führte ich einen Workshop zu dem Thema der Architektur durch. Es ging um die Vorbereitung zur Abiturklausur der Schüler in der Waldorfschule in Berlin Kreuzberg, die neben dem Thema der Plastik einen weiteren Themenblock der Architektur beinhaltet. Der hier beschriebene Eingangsworkshop beschäftigt sich mit dem Thema des Raumes, wobei sich im Verlauf des Tages die Raumwahrnehmung bei den Teilnehmern langsam erweitern sollte. Vom eigenen Raum zum Außenraum. Von der Art, wie ich den Raum meines Zimmers gestalte zu der Art, wie ich in der Gesellschaft Raum einnehme.

 Der Workshop setzte sich aus fünf Abschnitten zusammen

1. Abschnitt
Zu Beginn unseres Workshops saßen wir an einem großen Tisch, der sich aus 12 kleinen Tischen zusammenstellte. Jeder Teilnehmer sollte in der ersten Vorstellungsrunde neben seinem Namen etwas von seinem Raum erzählen, auch über ein mögliches Zentrum konnte er sich äußern. Nachdem wir die Räume von jedem gewürdigt hatten, nahmen wir uns einige Minuten Zeit, damit jeder mit geschlossenen Augen in sein Inneres fühlen konnte, um seinen Innenraum wahrzunehmen.
Ziele:
In dieser Vorstellungsrunde haben sich die Teilnehmer auf eine andere Art kennen gelernt. Ihnen wurde bewusst, dass auch sie ein Teil eines Raumes sind. So wurde das Thema für jeden greifbar.

2. Abschnitt
Im zweiten Schritt wollten wir selber Raum verändern und die Teilnehmer hatten die Aufgabe, die Tische zu verschieben um eine große Fläche in der Mitte des Raumes herzustellen.

Ziele:
Durch diese Aktion wurde dem Teilnehmer deutlich, dass eine Entscheidung nötig ist, um Räume zu verändern. Nach der Entscheidung ist der „Raum zu nehmen“, und dann ist „Raum zu geben“. ( Siehe Abschnitt 5)

3. Abschnitt
Nachdem alles verschoben war, drückten sich die Schüler zwischen den Tischen und am Rand der neuen „ Bühne“ herum. Eine große freie Fläche war zwar entstanden, aber die 12 Tische bildeten einen chaotischen Rahmen.
Mit der Anweisung, die Tische ordentlich anzuordnen waren die Schüler zuerst unzufrieden. Es war ohne Probleme möglich, aber diese penible Ordnungsliebe schien ihnen gegen den Strich zu gehen. Nachdem die Regeln noch verschärft wurden, denn die jeweils sechs Tische die sich in einigen Metern Abstand voneinander befanden sollten perfekt zueinander ausgerichtet werden, wurde fleißig gepeilt und ausgerichtet. Beim Bauen von Architektur, so der Workshopleiter, gehe es um Ordnung. Jeder Handwerker ist mit diesem Thema beim Bauen extrem konfrontiert.

Ziele:
Die Teilnehmer haben selber erlebt das Architektur etwas mit dem exaktem Umgang von Baumaterialien zu tun hat und nicht beliebig ist. Es wurde deutlich, dass die beiden Tischreihen, in gleicher Zahl, Anordnung, und Ausrichtung miteinander in Kontakt gekommen sind, obwohl sie einen Abstand von ca. 6 Metern hatten.

4. Abschnitt
In einer Stuhlformation als "Kreis" hat sich der Workshop dem Thema von geometrischen Grundformen gewidmet und bemühte sich, die Kraft des Kreises und eine mögliche Anwendung als Architekturgrundriss auszuloten. Danach setzte sich die Gruppe ins „Quadrat“, als letztes folgte das „Rechteck“.

Ziele:
Indem die Schüler Teile der verschiedenen Grundformen waren, wurden sie sich dieser Formen bewusst. Durch das Betrachten eines Architekturgrundrisses in den folgenden Stunden findet eine Verbindung zum Eingangsworkshop statt und der abstrakte Grundriss kann somit gefühlsmäßig leicht nachvollzogen werden. So wird Architekturbetrachtung nicht zu einem Büffeln von Fakten, sondern zu einem Erlebnis, wenn sich die eigene Wahrnehmung mit den Entscheidungen der alten Baumeister deckt.

5. Abschnitt
Im nächsten Schritt erschienen zwei Holzschwerter und die einzelnen Schritte beim Schwertkampf wurden vorgeführt. Das Schwert setzte der Workshopleiter in der Art ein, um den eignen Raum zu verteidigen. Die erste der drei Bewegungen mit dem Schwert war das „Entscheiden“. Es wurde beschrieben, dass das Entscheiden bei Pythagoras der Zahl 1 entspricht, der Mathematiker hat aber immer darauf hingewiesen, dass die 1 ein Impuls ist und dass es sich bei der 2 um die erste Zahl handelt.
Nachdem das Schwert aus der Scheide gezogen war, folgte das Schwert einem horizontalen Halbkreis vor dem Körper des Ausführenden. "Der Raum wurde genommen". In der dritten Bewegung mit dem Schwert wird Raum gegeben. Es folgte das Schlagen des Schwertes mit beiden Händen aus der Haltung über dem Kopf, verbunden mit einem Schritt nach vorne. Alle Schüler durften sich am Schwert probieren. " Raum wurde gegeben".

Ziele:

Das Schwert macht Bewegungen im Raum sichtbar und in den drei oben beschriebenen Bewegungsabläufen findet sich eine Analogie zum Herstellen von Räumen.( Siehe Erfahrung der Schüler im Abschnitt 2)  Wie in einem früheren Schritt des Workshops der Impuls gesetzt wurde die Tische zu verändern, so ist das „Entscheiden“ dieser Impuls. Durch das Verschieben der Tische haben die Teilnehmer Raum genommen, und durch das exakte anordnen haben sie Raum gegeben.
Gleichzeitig kommt jeder Teilnehmer durch das Ausführen dieser Schwertabfolgen mit seinen Aktionen im täglichen Leben und mit dem eigenen Raum um sich herum in Kontakt. Im nachfolgenden Gespräch beschrieben die Schüler, bei welchem der drei Bewegungsabläufe sie ein innerlicheres Hadern befiel. Den Teilnehmern wurde bewusst, dass ein Architekturprojekt Klarheit im Entscheiden, im Raum nehmen, und Raum geben benötigt.