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Sinne beim Lernen

Viele Kinder werden früh in die Gesellschaft der Erwachsenen integriert. Tagsüber lernen sie mit Gleichaltrigen den gemeinsamen Umgang. Architektur begleitet diese kleinen Menschen, und sie kann gut auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder abgestimmt werden. Kinder werden in die Welt der Erwachsenen hineingeboren, im besten Fall wird ein eigenes Zimmer eingerichtet und auf den Nachwuchs abgestimmt. Aber zunächst ist der Raum des Kindes an der Brust der Mutter oder eingekuschelt im winzigen Kinderbett. Viele Eltern wickeln ihre Kinder in enge Tücher, um den Übergang von der Gebärmutter in den "Außenraum" mit seinem Angebot an freier Beweglichkeit in alle Raumdimensionen sanft zu gestalten.

Eine eigene Welt
Den Gedanken des sanften Umgangs in der Zeit des Übergangs halte ich für einen wichtigen und menschlichen Ansatz. 
Wie sieht der architektonische Übergang in die Welt der Erwachsenen für Kinder aus? 
Die Architektur, die Kinder umgibt, will natürlich die Sinne der Kleinen ansprechen.
Kükelhaus schreibt:
„Das Leben lebt vom Reiz. Der Reiz seinerseits ist wiederum etwas sehr Verletzliches - das heißt, er darf weder zu stark noch zu schwach sein. Schwache Reize führen zur Entstehung von Organen, mittelstarke kräftigen sie; starke Reize hemmen und überstarke Reize zerstören.“

Bochumer Modell
Die Atmosphäre in Kinderräumen sollte also schwache und mittelstarke Reize bieten, damit sich das Kind entwickeln kann. In den Waldorf-Schulen wird gerade mit dem „Bochumer Modell“ experimentiert. Tische werden aus den Unterrichtsräumen genommen, damit Bänke und Sitzkissen einen mobilen Klassenraum schaffen, in dem sich alles näher am Boden orientiert. Es können schnell verschiedenartige Räume geschaffen werden. Die Pädagogen wollen erreichen, dass Bewegung beim Lernen Raum gegeben wird.
Leerer Raum bildet sich, wenn Bänke an den Rand geschoben werden. Dieser Raum kann von den Kindern in Besitz genommen werden.

Auch die großen Kinder
Ich selbst habe in meinem Unterricht mit den Schülern Sitzkissen entworfen und die Morgenrunde wieder eingeführt. Obwohl sie schon im Alter zwischen 18 und 22 Jahren sind, freuen sich die Schüler auf dieses Ritual. Als Form wählen wir den Kreis. Jeder ist gleich weit vom Mittelpunkt entfernt; in der Mitte präsentieren die Schüler ihre Entwürfe.

Mutter Erde
Der Boden hat eine ganz eigene Anziehung auf den Menschen, der, je älter er wird, sich immer weiter von ihm zu entfernen scheint. Es versteht sich von selbst, dass man sich, in der Runde auf einem Sitzkissen, seiner Schuhe entledigt.
Da wir uns in solchen Runden oft auch mit den Händen weiterbewegen, ist es angenehm, wenn der Boden warm und weich ist. Das spricht für Laub oder einen Teppich. Vielleicht erinnern Sie sich an Ihre Kindertage, als ein paar Bauklötze oder Puppen auf dem Teppich genügten, um ein ganzes Universum für Sie erstehen zu lassen.

Die Höhle 
Bewegen wir uns also ohne Schuhe auf einem weichen Boden, so gibt es wieder Sinne, die in uns angeregt werden. Wie ist es mit Kontrasten. Das Weiche ist erst erlebbar, wenn es einen Gegensatz gibt. Da in dieser Welt eher das Harte vorherrscht, ist gerade in der Kindergartengestaltung auf weiche Materialien zu achten. Menschen brauchen etwas zum Anschmiegen, Kinder umso mehr. Sie brauchen etwas zum Hineinkriechen, zum Verstecken. Einen Raum nur für sich alleine. Einen Raum, den sie verteidigen können. Einen Raum, vom dem aus sie die Welt dort draußen beobachten können.

Das Material
Dass die für diesen Zusammenhang verwendeten Materialien nach Möglichkeit aus Naturfasern bestehen, soll der Vollständigkeit halber noch erwähnt werden. Für unsere Kinder nur das Beste.

 

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