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Spieglein, Spieglein meine Wand

Was sollte ein Raum hergeben?
Diese Frage impliziert gleich die nächste Frage. Kann einem ein Raum etwas geben? Oder ist er nicht lediglich dienend? Dienen ist auf eine Art passiv, Geben ist aktiv. Wie gelingt es den Nutzern, passive Räume zu aktivieren? Wie lässt sich Leben in einen Raum einhauchen?

Was kann einem ein Raum bieten? 
Ein Raum kann einem Licht bieten
Ein Raum kann einem Luft bieten
Ein Raum kann einem Fläche bieten
Ein Raum kann Schutz bieten
Ein Raum kann Wärme bieten, aber auch Schutz vor der Sonne
Ein Raum kann Erholung bieten

Ein Raum kann sich als Spiegel anbieten für den Nutzer.


Spiegel des Inneren und des Äußeren
Um uns selbst zu sehen, benötigen wir einen Spiegel. Um uns selbst zu erkennen, unser Inneres wahrzunehmen, benötigen wir auch eine Art Spiegel. In diesem Fall sind andere Menschen gute Spiegel - was wir an ihnen kritisieren, nervt uns, bei ehrlicher Betrachtung, doch an uns selbst. Wir projizieren uns in den anderen.

Auf die gleiche Weise verhält es sich mit Räumen. Räume, die wir bewohnen, spiegeln uns wider. Wie oft habe ich meine Tochter gebeten, ihr Zimmer aufzuräumen. Aber wenn es in ihr nicht aufgeräumt ist, dann wird es ihr schwerfallen, Ordnung im Außen herzustellen.

Räume spiegeln ihre Nutzer wider

Ist in einer Wohnung alles an seinem Platz, hinter Türen versteckt, findet sich nirgendwo ein Staubkorn, gibt es keine Nische, in der eine Spinne ihr Netz spinnen kann, so fragt sich der unbeteiligte Beobachter, was das Individuum wohl versteckt hält, oder wo sich das Individuum versteckt, das die Räume bewohnt.

Impuls
Ich möchte den Impuls geben, sich in den Räumen, die einen umgeben, zu zeigen. Jeder kennt die Situation in einem Hotel, die für einige Nächte durchaus als angenehme Abwechslung empfunden werden kann - nach einigen Tagen aber wünscht man sich seine eigenen vier Wände zurück.

Kinder scheinen ihre wichtigsten Dinge immer bei sich zu haben. Die beiden Kuscheltiere sind eigentlich immer dabei, besonders auf Reisen.

Klassenraum und Ordnung
Gerade im Klassenraum scheint es wichtig, dass die Schüler ihren Raum gestalten. Dazu gehört es auch, dass eine gewisse Unordnung, die sich in den Heranwachsenden findet (aber schauen wir auch im Rahmen der Umstülpung auf die Unordnung in der ganzen Welt), sich auch äußerlich zeigt. Ist die Zeit gekommen, auszumisten, dann lässt man das Alte hinter sich und öffnet den Raum für Neues.

Störende Interferenzen

Nun gibt es aber, gerade in Grundschulen, Klassenräume, die so zugestopft sind, dass die Schwingung jeder einzelnen Zeichnung im Zusammenklang mit den anderen Bildern und Kollagen, die die Wände zieren, einen Wirrwarr an Informationen in den Raum gibt, was der nötigen Konzentration entgegenwirkt. Hier sind Lehrer gefragt, die mit den Schülern in ihren Klassenräumen gemeinsam entscheiden, welche Atmosphäre den Unterricht unterstützt.

Raum kann uns etwas geben
Er kann uns das Gefühl geben, dass auch er ein Individuum ist. Er spiegelt das Innere seines Nutzers und zeigt es im Außen. Er umhüllt uns mit unserer eigenen Präsenz.

Müsset im Naturbetrachten
Immer eins wie alles achten:
Nichts ist drinnen, nichts ist draußen;
Denn was innen, das ist außen.
So ergreifet ohne Säumnis
Heilig öffentlich Geheimnis

Goethe

Es ist wichtig, dass die Gesellschaft gewisse Regeln einfordert, obwohl auch hier natürlich unterschieden werden muss, ob sie damit tendenziell zum Gleichmachen auffordert, oder ob sie doch fähig ist, Individualität zuzulassen.